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02.09.2017, 20:37 Uhr
 
Ländlicher Raum
Im ländlichen Raum stehen wir vor großen Herausforderungen, z. B. schnelles Internet, medizinische Versorgung, Mobilität und Einkaufsmöglichkeiten. Aufgrund des demografischen Wandels und der wirtschaftlichen Situation im Landkreis werden wir langfristig mit Abwanderung und den damit verbundenen Veränderungen rechnen müssen. Auch die landwirtschaftlichen Betriebe sind davon betroffen. Der Landwirtschaft als Stütze im ländlichen Raum werden zunehmend bürokratische Hürden auferlegt. Betriebe geben auf, Gehöfte verfallen.
 
Mein Ziel ist es, dass jedem Haushalt im Landkreis Helmstedt ein zukunftsfähiger Internetanschluss zur Verfügung steht.
 
Ich setze mich dafür ein, dass das Land Niedersachsen der Landwirtschaft wieder mehr Vertrauen und Wertschätzung entgegenbringt und die Interessen der landwirtschaftlichen Betriebe stärker berücksichtigt.
 
Mir ist wichtig, dass die Versorgung und Infrastruktur im ländlichen Raum ausgebaut und unser Landkreis dadurch noch lebens- und liebenswerter wird.
 
Auf dem Bauernhof von Landwirt Michel in Rennau.

Die Menschen in dieser Region sind seit über 100 Jahren geprägt von Landwirtschaft und Industrie. Ich begreife diese so unterschiedlichen Anforderungen an die Entwicklung unseres Landkreises als Bereicherung und nicht als Gegensatz.

Auf der einen Seite die moderne Landwirtschaft mit den dazugehörenden aktuellen Herausforderungen in Bezug auf Naturschutz, Verbraucherschutz, Tierschutz, Lebensmittelerzeugung, Erhalt von Arbeitsplätzen und von Strukturen in unseren Dörfern. Auf der anderen Seite die nicht direkt mit der Landwirtschaft verbundenen oder in der Landwirtschaft arbeitenden Menschen, die mit ihren Familien einen ländlichen Lebensmittelpunkt gewählt haben.

Bei einer Gesamtgröße von 67.000 ha ist die Landwirtschaft mit ihren 460 Betrieben und 41.800 ha Flächennutzung ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Gemeinsam können wir unsere Dörfer für die Zukunft fit machen.

Die Dörfer und kleinen Gemeinden müssen für junge Familien mit Kindern attraktiv sein. Es müssen Finanzierungsmöglichkeiten entwickelt werden, die es privaten Interessenten unbürokratisch möglich machen, in einem Dorfkern alte Immobilien zu erwerben, umzugestalten und entsprechend den Anforderungen an modernes Wohnen anzupassen. Denkmalschutz muss im Sinne von Erhaltung und Nutzung und darf der Dorfentwicklung nicht entgehen stehen. Der Flächenverbrauch kann dadurch minimiert werden. Sollten dennoch Ausgleichsflächen in Folge von Baumaßnahmen erforderlich sein, darf das nicht zu Lasten der landwirtschaftlichen Nutzung geschehen.

Viele Menschen sind in ihrer Arbeitswelt – aber natürlich auch privat – auf eine schnelle Internetanbindung angewiesen bzw. gehört diese heute zur sogenannten Grundversorgung. Deshalb muss jeder Haushalt im Landkreis Helmstedt, der es wünscht, einen Glasfaseranschluss bekommen können. Außerdem bietet das Internet die Möglichkeit für Unternehmen, einen Firmenstandort außerhalb der Zentren zu wählen mit der Folge eines preisgünstigeren Angebots an Fläche und einer geringeren Staugefahr bei der Anfahrt für die Lieferanten oder MitarbeiterInnen.

Das schnelle Internet bietet auch für die ärztliche Versorgung eine Chance. Die Möglichkeit der aufsuchenden medizinischen Versorgung von Kindern und besonders alten Menschen wird durch Datenübertragung eine andere Qualität erreichen und außerdem kann dadurch mehr Sicherheit bei der Betreuung von chronisch Kranken erreicht werden. Alle Daten sind vor Ort und abrufbar.

Diese Möglichkeiten ersetzen allerdings in keiner Weise eine ausreichende Versorgung durch niedergelassene Hausärzte, Gesundheitszentren, Krankenhäuser und Fachärztezentren im ländlichen Raum. Einer Konzentrierung der Versorgung wird man in Zukunft nicht ganz entgegenwirken können, allerdings ist eine Grundversorgung in jedem Fall durch entsprechende Rahmenbedingungen sicherzustellen. Wichtig ist für mich auch, dass eine ausreichende Möglichkeit für immobile Menschen geschaffen wird, Ärzte und Zentren aufzusuchen oder die Medikamente geliefert zu bekommen. Das Problem muss durch Taxen, Öffentliche Verkehrsmittel oder andere Möglichkeiten vor Ort gelöst werden. Hier fordere ich von den Krankenkassen, diesen Bereich ausreichend zu finanzieren.

Ein Öffentlicher Personennahverkehr, der diesen Namen auch verdient, ist für die Entwicklung der Dörfer unentbehrlich. Die Schere zwischen dem Angebot in den Städten und den Landkreisen darf nicht weiter auseinandergehen. Während die Fahrpläne in der Stadt teilweise Fahrten im Minutentakt ausweisen, ist auf dem Lande in vielen Ortschaften kein ausreichendes Angebot vorhanden. In den Städten wird in Anzeigeninfrastruktur investiert, in die neuesten Busse und der Bedarf auf den Dörfern findet durchaus kaum Berücksichtigung.

Unser Landkreis ist seit 1873 durch den Abbau von Kohle geprägt. Die Kohleförderung ist beendet, eine Nachnutzung des Areals wird gemeinsam angegangen. Eine sichere und bezahlbare Versorgung mit Energie ist ein wichtiger Baustein für ein modernes Leben. Die Erzeugung von Energie durch Windkraft und Biogas nimmt dabei einen großen Raum ein.

Diese sogenannten alternativen Energien dürfen allerdings nicht zu Lasten der Wohn- und Lebensqualität des ländlichen Raumes gehen. Es müssen z. B. ausreichende Abstände zwischen den Windrädern und einer Wohnbebauung eingehalten werden. Mensch und Tier dürfen in ihrem Lebensraum nicht nachhaltig gestört werden.

Es ist nicht akzeptabel, dass Abstände je nach politischem oder wirtschaftlichem Kalkül verringert oder vergrößert werden und/oder ideologischen Grundsätzen geopfert werden.

Die Kulturlandschaft in unserer Heimat, dem Landkreis Helmstedt, bietet für viele Menschen auch zukünftig vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und Erholung. Nicht nur für die Menschen die hier leben, sondern auch für erholungssuchenden Städter.

Gemeinsam und mit dem richtigen Augenmaß werde ich mich für eine sinnvolle Entwicklung und dem Erhalt unserer Lebensqualität einsetzen.