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02.09.2017, 20:32 Uhr
 
Perspektiven der Handwerksausbildung im Landkreis Helmstedt
Der zunehmenden Schwächung des Helmstedter Berufsschulstandortes durch Wegfall einzelner Fachklassen muss entgegengewirkt werden. Vor allem müssen geflüchtete Menschen endlich flächendeckend in Ausbildung und Beschäftigung gebracht werden.

 
Mein Ziel ist es, dass im ländlichen Raum kleinere Fachklassen zugelassen werden, damit die Ausbildung in Handwerk und Berufsschule vor Ort erhalten bleibt.
 
Ich setze mich dafür ein, dass die Zusammenlegung von vergleichbaren Berufen in gemeinsame Berufsschulklassen zugelassen wird.

Mir ist wichtig, dass Unternehmen, die Geflüchteten eine Berufsausbildung ermöglichen wollen, Unterstützung und Sicherheit für die Aufenthaltsdauer der Auszubildenden erhalten. Durch eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung soll ein späterer dauerhafter Aufenthaltsstatus erleichtert werden. Das setzt einen aktiven Integrationswillen der Geflüchteten voraus.
 
Der Landkreis Helmstedt muss ein Standort für gute Berufsausbildung bleiben.

Insgesamt ist das Augenmerk wieder stärker auf schulformbezogenes Grundwissen sowie die Ausprägung von Verantwortungsbereitschaft und sozialem Engagement zu richten – eben die beste Grundlage für die „Berufswahl-Entscheidungsreife“.

Für die Berufsschulen droht angesichts sinkender Schülerzahlen eine Konzentration von Fachklassen in den Zentren. Dies betrifft vor allem die Klassen der Handwerksberufe im Landkreis Helmstedt. Auszubildende im Maurer-, Dachdecker-, Friseur- und Fleischerhandwerk werden bereits jetzt in auswärtigen berufsbildenden Schulen in Braunschweig oder Wolfsburg unterrichtet.

Diese Konzentration hat fatale Auswirkungen auf die Ausbildungskultur in der Fläche, denn für viele kleine und mittlere Betriebe ist es unverzichtbar, dass ihre Berufsschule in der Nähe liegt. Ist die Berufsschule zu weit entfernt, wird es schwieriger werden, geeignete Auszubildende zu finden. Berufe, die nicht in den örtlichen Berufsschulen beschult werden können, werden für Jugendliche unattraktiver. Insofern ist die Erhaltung eines standortnahen Berufsschulangebotes ein zentraler Beitrag zur Erhaltung der regionalen Wirtschaftsstruktur.

Bei der Berechnung der Klassenstärken müssen für die großen Städte und die ländlichen Flächenregionen wie dem Landkreis Helmstedt unterschiedliche Maßstäbe angenommen werden. Wir benötigen unter anderem dringend einen Flächenbonus für die Unterrichtsversorgung an den Berufsschulen.


Berufsausbildung / Integration geflüchteter Menschen

Die Integration Geflüchteter ist oft mit großen Hürden verbunden. Für eine erfolgreiche Integration ist ein rascher Zugang zu Sprach- und Integrationskursen zu gewährleisten. Ohne ausreichende Sprachkenntnisse wird ein erfolgreicher Verlauf einer Ausbildung mit Abschluss im Handwerk nicht möglich sein.

Unternehmen, die Geflüchteten eine Berufsausbildung ermöglichen wollen, brauchen Unterstützung und Sicherheit für die Aufenthaltsdauer der Auszubildenden. Durch eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung soll ein späterer dauerhafter Aufenthaltsstatus erleichtert werden. Das setzt einen aktiven Integrationswillen der Geflüchteten voraus.